Kleinschreibmaschinen von Triumph

Überblick

Ab 1928 stellten die Triumph-Werke in Nürnberg ihre erste Kleinschreibmaschine, genannt „Klein-Triumph“, her.  Ab 1933 gab es eine vereinfachte Ausführung, die „Triumph Durabel“.  Die Klein-Triumph wurde als „Triumph Norm“ weitergeführt. 1934 erschien eine weitere Variante mit Setztabulator, die „Triumph Perfekt“.

Ab dann umfasst die Produktpalette jeweils ein vereinfachtes Modell „Durabel“, die normal ausgestattete „Norm“ (ab 1936: „Norm 6“; ab 1952: wieder „Norm“), und die „Perfekt“ mit zusätzlichem Setztabulator. Aufgrund einer Zusammenarbeit mit den Adlerwerken in Frankfurt erschien die Triumph Kleinschreibmaschine auch als „Adler Mod. 32“ und „Adler Mod. 32S“.

1957 wird die „Durabel“ durch Max Grundig in „Gabriele“ umbenannt. Die „Gabriele“ Serie wird zu einem grossen Erfolg und der Modellname auf eine ganze Palette von mechanischen und elektrischen Kleinschreibmaschinen von Triumph und Adler ausgeweitet.

Das Design ändert sich über die Jahre und Jahrzehnte mehrmals, immer gleichzeitig für „Norm“ und „Perfekt“ (die „Durabel“, später als „Gabriele“ weitergeführt, erscheint meistens verzögert in der neuen Verkleidung).

Klein-Triumph („Modell 1“)

Ab 1928 1 stellten die Triumph-Werke in Nürnberg ihre erste Klein-Schreibmaschine her.  Dieses erste Modell trägt auf der Maschine nur die Aufschrift „Triumph“, ohne weitere Modellbezeichnung. Auf Werbeanzeigen wird sie als „Klein-Triumph“ vorgestellt. Die Bezeichnung „Modell 1“ ist auch geläufig, obwohl ich sie noch nicht in zeitgenössischen Unterlagen gesehen habe. Sie beruht wahrscheinlich auf Konvention unter Sammlern.

Der Name des Konstrukteurs ist mir nicht bekannt. Nach Angaben von L. Dingwerth war die Triumph Kleinschreibmaschine von den eigenen Mitarbeitern konstruiert worden. 2

Wir sehen sie auf diesem Werbeplakat:

zeitgenössische Reklame
zeitgenössische Reklame

 

Erste Generation

Die gezeigte Maschine hat, wenn man genau schaut, einen Höcker in der Papierauflage. Genau so sahen die ersten Exemplare der Klein-Triumph auch aus:

Klein-Triumph #77060 (1930), © T. Elster collection 2010, plustype.de
Klein-Triumph #77060 (1930), © T. Elster collection 2010, plustype.de

Die Papierauflage wird dann gerade, ebenso ändert sich der Schriftzug der Aufschrift „Triumph“. Dieser Wechsel erfolgte wohl 1931. 3

Klein-Triumph #88123 (1932), © V. Dromberg 2015, typewriterdatabase.com
Klein-Triumph #88123 (1932), © V. Dromberg 2015, typewriterdatabase.com

In der Werbung ist die Klein-Triumph als „Schreibgerät des modernen Menschen“ angepriesen. „Im eleganten Koffer leicht zu tragen“. „Ob Kaufmann oder Privatmann, ob Handwerker oder Beamter, für jeden vorwärtsstrebenden Menschen ist die Schreibmaschine ein unentbehrliches Hilfsmittel geworden.“

Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015
Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015

Verwendung findet die sogenannte „Normal-Tastatur“. Ebenso stehen verschiedene Schriftarten zur Verfügung.

Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015
Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015
Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015
Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015

Die Klein-Triumphs der ersten Jahre sind eckig. Spätestens 1934 werden Modelle mit abgeschrägtem Spulendeckel eingeführt (s. „Zweite Generation“ unten). 4 

Das vereinfachte Modell „Durabel“ behält die eckige Form aber noch viel länger. Bekannt ist ein Exemplar aus dem Jahr 1939:

Triumph Durabel #303071 (1939), © T. Elster collection 2010, plustype.de
Triumph Durabel #303071 (1939), © T. Elster collection 2010, plustype.de

Auch von der Klein-Triumph (also mit Farbbandwahl) findet sich noch ein sehr spätes Exemplar, vielleicht ein „Ausreisser“ durch Teileverwertung:

Klein-Triumph #314363 (1940), © G. Sommeregger 2015
Klein-Triumph #314363 (1940), © G. Sommeregger 2015

 

Triumph Norm/Norm 6 / Triumph Perfekt / Triumph Durabel

Ab 1933 gab es die vereinfachte Ausführung „Triumph Durabel„. 5 Diese hatte keine Stechwalze und keine Farbbandwahl, also nur das einfärbige schwarze Farbband. Die Klein-Triumph wurde als „Triumph Norm“ weitergeführt. 6  1934 erschien eine weitere Variante mit Setztabulator, die „Triumph Perfekt„. 7 

Ab dann umfasst die Produktpalette jeweils ein vereinfachtes Modell „Durabel“, die normal ausgestattete „Norm“, und die „Perfekt“ mit zusätzlichem Setztabulator. Ab 1936 hiess die „Norm“ neu „Norm 6“ (1952 wieder auf „Norm“ rückbenannt). Eine weitere Änderung dieser Triade gibt es erst 1957, als die „Durabel“ von Max Grundig in „Gabriele“ umbenannt wird.

Adler 32 und Adler 32S

Interessanterweise wurde von den traditionsreichen Adlerwerken in Frankfurt/Main ab 1932 8 eine der Klein-Triumph bzw. dann Triumph Norm und Triumph Perfekt ähnliche Kleinschreibmaschine verkauft. Auf ersten zweiten Blick unterscheidet sie sich von der Klein-Triumph hauptsächlich im Design des oberen Aufbaus, also des Spulendeckels, sowie natürlich der Aufschrift.

© T. Elster collection 2010.
© T. Elster collection 2010.

In der Tat handelt es sich hier um die Klein-Triumph in neuer Verkleidung. Sie ist eines der Ergebnisse der Zusammenarbeit zwischen Triumph in Nürnberg und den Adlerwerken in Frankfurt. Hintergrund war die Weltwirtschaftskrise ab 1929, welche die Adlerwerke zu Beginn der 1930er Jahre durch stark rückläufigen Verkauf in Schwierigkeiten gebracht hatte. Dingwerth 2008 erwähnt in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der bestellten Maschinen von 22.600 im Jahr 1929 auf unter 6000 im Jahr 1932 gefallen war. 9 Man habe deshalb bestimmte von Triumph gebaute Modelle unter dem Namen Adler vertrieben. 10 Ab 1931 wurde so die Standardschreibmaschine „Triumph 10“ als „Adler 31“ verkauft. 1932 11 erschien dann die – leicht modifizierte – Klein-Triumph als Adler 32.

Das Adler Modell 32 entsprach der Klein-Triumph bzw. Triumph Norm (ohne Setztabulator), das Adler Modell 32-S der Triumph Perfekt (mit Setztabulator). 12 

Verschiedene Modelle der Adler 32 und Adler 32S

Innerhalb dieser „Adler“-Linie der Triumph-Kleinschreibmaschinen gab es über die Zeit Veränderungen im Design. Das erste Modell sah wie oben abgebildet aus, im vorderen Abschluss trotz runder Senke in der Mitte noch recht eckig, mit hoher Papierauflage, und dem alten Adler-Logo und Schriftzug (erfasster Nummernraum: 428995 (1932, N. Tan auf typewriterdatabase.com) – 431976 (1933, T. Elster collection 2010); die Seriennummern entsprechen der Nummernfolge der Adler Produktion, nicht derjenigen der Triumph Kleinschreibmaschinen).

Als wäre der Gipfel der Ästhetik noch nicht erreicht gewesen, folgt dann ein an den Ecken und im Übergang zur Absenkung der Vorderverkleidung mehr gerundetes Modell (erfasster Nummernraum: 450629 (1935, V. Dromberg auf typewriterdatabase.com – 634217 (1942, T. Elster collection 2010). Die Papierauflage ist niedriger und entspricht der „Triumph“ Vorlage. Zunächst ist noch das alte Adler Logo und Schriftzug angebracht, wie hier auf dem Exemplar von V. Dromberg zu sehen (bisher die einzig erfasste Nummer):

Adler 32 #450629 (1935), © V. Dromberg 2015 (www.typewriterdatabase.org)
Adler 32 #450629 (1935), © V. Dromberg 2015 (www.typewriterdatabase.org)

Dann erscheint das berühmte, von Walter Gropius entworfene Adlerlogo, 13 sowie ein neuer Schriftzug: 

Adler Mod. 32 portable typewriter, #506630 (1937). © G. Sommeregger 2015
Adler Mod. 32 portable typewriter, #506630 (1937). © G. Sommeregger 2015

Hier noch die Adler 32S mit dem rechts von der Tastatur angebrachten Hebel des Setztabulators:

Adler 32S #535904 (1938), © T. Elster collection 2010.
Adler 32S #535904 (1938), © T. Elster collection 2010.

 

Zweite Generation

Aber zurück zur kleinen Triumph. Wie oben erwähnt, wurde spätestens 1934 die Form mit abgeschrägtem Spulendeckel eingeführt. 14 Dies betraf jedoch nur die Modelle „Norm“ (später „Norm 6“) und „Perfekt“, während die „Durabel“ noch bis mindestens 1939 (s. Exemplar oben) die eckige Form behält. Die Durabel wird erst „abgeschrägt“, als die Norm 6 und Perfekt schon wieder eine Generation weiter wandern (s. unten).

Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015
Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015

Inmitten der „zweiten Generation“ (es handelt sich nicht um offizielle Werksbezeichnungen, sondern wird hier von mir zum Zweck der Übersichtlichkeit verwendet) wird die „Norm“ auf „Norm 6“ umbenannt.  Hintergrund ist laut L. Dingwerth die Einführung der DIN-Norm 2112, mit der das Tastenfeld normiert wurde. Diese Norm sei bei den Triumph Kleinschreibmaschinen ab 1936 umgesetzt worden. 15 Wie A. Betzwieser anmerkt, ist 6 die Quersumme von 2112, womit der Name sehr originell begründet wäre. 16

Wir sind hier in den 1930er Jahren, mit dementsprechender Werbung:

Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015
Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015

Hier sehen Sie je ein Exemplar der „Perfekt“, „Norm“, „Norm 6“, sowie eine etwas später gebaute „Durabel“:

Triumph Perfekt #156800 (Baujahr 1936)
Triumph Perfekt #156800 (Baujahr 1936)
Triumph Norm, #170022 (1937), © N. Tauriainen 2015
Triumph Norm, #170022 (1937), © N. Tauriainen 2015

Irgendwo zwischen den oben- und unterstehenden Maschinen #170022 und #176873 muss die Umbenennung von „Norm“ auf „Norm 6“ erfolgt sein (vielleicht bekam die obere Maschine auch nur einen alten Aufkleber).

Triumph Norm 6, #176873 (1938), © N. Tauriainen 2015
Triumph Norm 6, #176873 (1938), © N. Tauriainen 2015
Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015
Werbung für die Klein-Triumph, Archiv typewriters.ch 2015

Die Durabel blieb wie gesagt bis mindestens 1939 „eckig“ (s. oben). Als für die Norm 6 und Perfekt Ausführungen schon die nächste Form eingeführt wird (s. unten), erhält die Durabel schliesslich die abgeschrägte Form, hier ein Beispiel: 17

Triumph Durabel, #328300 (1940), © G. Sommeregger 2015
Triumph Durabel, #328300 (1940), © G. Sommeregger 2015

 

Dritte Generation

Eine Annonce aus dem Jahr 1939 18 zeigt die Triumph Kleinschreibmaschine neu mit einem flachen Spulendeckel. Die Spulen sind dabei sichtbar (freiliegend).

© T. Elster collection 2010, plustype.de
© T. Elster collection 2010, plustype.de

Nota bene: die neue Form wurde nur für die Triumph Perfekt und Triumph Norm 6 eingeführt. Die Triumph-Durabel „erbte“ zum Zeitpunkt, als die anderen Modelle einen Schritt weiter gingen, das alte abgeschrägte Design, wie aus folgender zeitgenössischer Annonce hervorgeht:

Anzeige, s.d., 5070 (239) (Ausschnitt), Archiv typewriters.ch 2015
Anzeige, s.d., 5070 (239) (Ausschnitt), Archiv typewriters.ch 2015

Varia:

  • Diese Triumph-Modelle waren in verschiedenen Farben erhältlich. 
  • Aus Schweden ist ein Exemplar mit dem Namen „SCRIVA“ bekannt. 19
  • Nach L. Dingwerth trat mit 1. Juli 1940 für die Büromaschinenindustrie das Kriegsprogramm in Kraft. Die Bezugsscheinpflicht habe den Verkauf im Inland erheblich eingeschränkt, während Exporte noch möglich gewesen seien. Ende 1942 schliesslich hätten die Triumph-Werke die Produktion von Schreibmaschinen für private Abnehmer eingestellt. 20 In der Tat zeigen die gelisteten Seriennummern schon ab 1941 einen starken Abfall der Produktion im Vergleich zu den Jahren davor. Auf Grundlage dieser Information ist davon auszugehen, dass die weiteren von 1942 bis 1945 hergestellten Maschinen in irgendeiner Form in NS-Dienststellen eingesetzt wurden.

Vierte Generation

Nach dem 2. Weltkrieg erscheint ein ähnliches Modell, bei dem aber der Deckel die Spulen abdeckt. Der Deckel hat einen „Höcker“. Mir bekannt sind Exemplare ab 1949. 21

Zunächst haben die Modelle – wie vor dem Krieg – runde Glastasten, dann hufeisenförmige Kunststofftasten.

Triumph Norm 6 #473399 (1949), G. Sommeregger 2014.
Triumph Norm 6 #473399 (1949), G. Sommeregger 2014.
© T. Elster collection 2010, plustype.de
© Triumph Norm 6, #657874 (1952), T. Elster collection 2010, plustype.de

 

Fünfte Generation

Die Werbeanzeige aus 1952 kündigt an: „Triumph Perfekt und Norm in neuer Form“. 22 Der Deckel und die gesamte Maschine erhalten einen neuen Touch mit rundem Design. Die untere Abschlusskante des Deckels hat in der Mitte eine laschenartige Form. 

Bei der „Norm“ wird der Zusatz „6“ nun wieder fallen gelassen. Wie in den Anfangsjahren heisst die Ausführung ohne Setztabulator schlicht „Triumph Norm“.

Triumph Norm #681373 (1952), © U. Wachtendorf 2015
Triumph Norm #681373 (1952), © U. Wachtendorf 2015

Eine Ausnahme bildet die Triumph Durabel, die noch bis 1956 23 in der alten Form (vierte Generation) produziert wird. 

Triumph Durabel #716506 (1944), © T. Elster collection 2010, plustype.de
Triumph Durabel #716506 (1944), © T. Elster collection 2010, plustype.de

Als sie 1956 24 „rund“ wird, ist es zunächst auch noch nicht derselbe gerundete Deckel wie bei Triumph Perfekt und Norm: der untere Kantenabschluss des Deckels verläuft gerade, und hat in der Mitte nicht die charakteristische „Lasche“.

Triumph Durabel #730301 (1957), © T. Fürtig 2015
Triumph Durabel #730301 (1957), © T. Fürtig 2015

 

Von Durabel zu Gabriele

Ebenhier, und zwar im Jahr 1957, kommt es zum Übergang von der „Durabel“ auf die dann so erfolgreiche Marke „Gabriele„. Es handelte sich zunächst um einen einfachen Namenswechsel, da die letzte Form der Durabel exakt der ersten Form der Gabriele entspricht. 25 Hier der „Bildbeweis“:

Triumph Gabriele #732522 (1957), © T. Fürtig 2015.
Triumph Gabriele #732522 (1957), © T. Fürtig 2015.

Dem Publikum vorgestellt wurde „Gabriele“ an der Hannover Messe 1957. In einer Werbeanzeige aus 1957 zieht Triumph Bilanz:

„In Hannover war die Gabriele erstmals zu sehen. Sie bringt alles mit was man von der idealen Schreibmaschine für die ganze Familie erwartet: Bequeme Bedienungseinrichtungen, brillantes Schriftbild, elegante Form und die sprichwörtliche TRIUMPH-Qualität. Ihr Wert ist höher als ihr Preis [DM 298,-; Koffer: DM 29.50].

Die Kleinschreibmaschinen Norm und Perfekt haben ein neues Gewand im Stil unserer Zeit erhalten. Muntere – nicht schreiende – Farben haben ihnen noch mehr Freunde gewonnen.“

Nur keine schreienden Farben! – wir sind in den 1950er Jahren.

In den ersten Jahren trägt die Gabriele Reihe noch keine Modellnummern. Von diesen sogenannten „Urmodellen“ (T. Fürtig) gibt es vier Varianten, und erst das dritte Urmodell hat die Deckelform mit Lasche, wie sie bei der Norm und Perfekt schon 1952 eingeführt wurde.

Triumph Gabriele #758402 (1958; Urmodell 3), © G. Sommeregger 2015
Triumph Gabriele #758402 (1958; Urmodell 3), © G. Sommeregger 2015

 

Sechste Generation

1960 26 bekommt die Triumph Kleinschreibmaschine wiederum ein Restyling. Der Deckel hat nun einen geraden Abschluss, und der Name „T R I U M P H“ prangt deutlich am vorderen Deckelabschluss.

Dieser Stil findet sich für die Triumph Norm und Triumph Perfekt, aber auch die Triumph Gabriele zieht mit. Ein Exemplar aus 1960 ist bekannt:

Triumph Gabriele #1694128 (1960, Urmodell 4) © T. Elster collection 2010, plustype.de
Triumph Gabriele #1694128 (1960, Urmodell 4) © T. Elster collection 2010, plustype.de

 

Siebte Generation

[folgt]

Wie alt ist meine Triumph Schreibmaschine?

Für die Altersbestimmung Ihrer Triumph Kleinschreibmaschine verweise ich auf die Typewriter Database.

Welches Farbband passt in meine Triumph Kleinschreibmaschine?

Ein Farbband mit 13 mm Durchmesser. Die Länge ist egal. Wenn die Löcher in den Spulen zu klein sind, können Sie es einfach auf die alten Spulen umwickeln.

Weitere Triumph/Adler Kleinschreibmaschinen im Netz

Danke

Mit Dank an M. Elster, T. Fürtig und N. Schwarz, sowie meine Typosphären-Kollegen V. Dromberg, N. Tauriainen und U. Wachtendorf.

© typewriters.ch 2015. Erstellt am 2. August 2015, letzter Update 17. August 2015.

Notes:

  1. E. Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Verlag Peter Basten, Aachen 1949, S. 251.
  2. Leonhard Dingwerth, Die Geschichte der Deutschen Schreibmaschinenfabriken- Band 1: große und mittlere Hersteller, BoD – Books on Demand, 2008 (ISBN 3921913381, 9783921913383), S. 5.
  3. Reklamen für die Klein-Triumph aus dem Jahr 1931. Aus diesem Jahr wird noch das Modell mit dem „Höcker“, und auch schon die mit gerader Papierauflage beworben. Abgedruckt in: Leonhard Dingwerth, Historische Schreibmaschinen – Anzeigen – Quellen der Geschichte – 1880 – 1959, Historisches Schreibmaschinen-Archiv, 2000, S. 882.
  4. Reklame aus 1934,  abgedruckt in: Leonhard Dingwerth, Historische Schreibmaschinen – Anzeigen – Quellen der Geschichte – 1880 – 1959, Historisches Schreibmaschinen-Archiv, 2000, S. 883.
  5. E. Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Verlag Peter Basten, Aachen 1949, S. 252.
  6. E. Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Verlag Peter Basten, Aachen 1949, S. 252.
  7. E. Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Verlag Peter Basten, Aachen 1949, S. 252.
  8. H. F. W. Schramm, Liste der Herstellungsdaten deutscher und ausländischer Schreibmaschinen, Hans Burghagen Verlag, 11. Auflage, Hamburg 1962.
  9. L. Dingwerth, Die ADLER-WERKE vorm. H. Kleyer AG, in: L. Dingwerth, Die Geschichte der deutschen Schreibmaschinen-Fabriken, Band 1, Grosse und mittlere Hersteller, Verlag Kunstgrafik Dingwerth GmbH, Delbrück 2008, S. 9 – 18, auf S. 13. 
  10. L. Dingwerth, Die ADLER-WERKE vorm. H. Kleyer AG, in: L. Dingwerth, Die Geschichte der deutschen Schreibmaschinen-Fabriken, Band 1, Grosse und mittlere Hersteller, Verlag Kunstgrafik Dingwerth GmbH, Delbrück 2008, S. 9 – 18, auf S. 13. 
  11. H. F. W. Schramm, Liste der Herstellungsdaten deutscher und ausländischer Schreibmaschinen, Hans Burghagen Verlag, Hamburg 11. Auflage 1962.
  12. Th. Fürtig, Deutsche manuelle Schreibmaschinen. Übersicht der Fabrikate, Modelle und Namensvarianten, auf (URL) http://ifhb.de (abgerufen am 2. August 2015; diese Liste ist nur Mitgliedern des Internationalen Forums Historische Bürowelt (I.F.H.B. e.V.) zugänglich. Werden Sie Mitglied! Es lohnt sich).
  13. Vgl. Pressemeldung Triumph-Adler vom 20. Mai 2008, 125 Jahre Walter Gropius: Der Bauhaus-Begründer schuf das berühmte Firmenemblem der Adler-Werke, URL: http://www.triumph-adler.com/C125713A00471CCE/vwWebPagesByID/A8FA348B215BDA7EC12575130042F74D (abgerufen am 17. August 2015)
  14. Reklame aus 1934,  abgedruckt in: Leonhard Dingwerth, Historische Schreibmaschinen – Anzeigen – Quellen der Geschichte – 1880 – 1959, Historisches Schreibmaschinen-Archiv, 2000, S. 883.
  15. L. Dingwerth, Die Schreibmaschinen-Geschichte der TRIUMPH-WERKE NÜRNBERG AG, in: Schreibmaschinen- und Bureau-Zeitung, Nr. 7, 1998, S. 3 – 18, auf S. 10.
  16. A. Betzwieser, Triumph Norm 6, URL: http://www.stb-betzwieser.de/aktuelles/ausstellung/kategorien-1/triumphnorm6.php (abgerufen am 17. August 2015).
  17. Triumph Durabel #328300, Sammlung G. Sommeregger 2009.
  18. Quelle: Kulturgüter Südtirol, Inventar-Nr. H2960 (Schreibmaschinenmuseum „Peter Mitterhofer“). URL: http://www.provinz.bz.it/katalog-kulturgueter. Dieselbe Reklame schein in einem Buch von L. Dingwerth auf, allerdings als „1937“ beschriftet (Leonhard Dingwerth, Historische Schreibmaschinen – Anzeigen – Quellen der Geschichte – 1880 – 1959, Historisches Schreibmaschinen-Archiv, 2000, S. 887). Wir gehen davon aus, dass 1939 das richtige Datum ist.
  19. #420461, V. Dromberg collection, via: www.typewriterdatabase.com
  20. L. Dingwerth, Die Schreibmaschinen-Geschichte der TRIUMPH-WERKE NÜRNBERG AG, in: Schreibmaschinen- und Bureau-Zeitung, Nr. 7, 1998, S. 3 – 18, auf S. 11.
  21. #462172, M. Petersen collection 2015, via: www.typewriterdatabase.com.
  22. Reklame aus 1952,  abgedruckt in: Leonhard Dingwerth, Historische Schreibmaschinen – Anzeigen – Quellen der Geschichte – 1880 – 1959, Historisches Schreibmaschinen-Archiv, 2000, S. 893.
  23. Triumph Durabel, in: L. Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Verlag Kunstgrafik Dingwerth, Delbrück 2008, S. 569.
  24. Triumph Norm / Perfekt, in: L. Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Verlag Kunstgrafik Dingwerth, Delbrück 2008, S. 573.
  25. Privatkorrespondenz T. Fürtig, August 2015.
  26. Triumph Norm / Perfekt, in: L. Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Verlag Kunstgrafik Dingwerth, Delbrück 2008, S. 580.

Princess Schreibmaschinen

Wir haben schon über die Princess 300 berichtet. Hier folgt eine Modellübersicht der Princess Kleinschreibmaschinen, sowie eine Liste der Princess Schriftarten.

Produzent war die Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, in Augsburg, Deutschland. 1968 wurden die Produktionsmittel nach Bulgarien verkauft. 1 Dort wurden die Princess Modelle in Plovdiv als „Maritza“ weiter produziert.

Modellübersicht

Princess

Dieses erste Modell erschien noch ohne weitere Modellbezeichnung. 2 Nach L. Dingwerth wurde die Princess anfangs als „Lilliput“ bezeichnet. 3 1954 wurde dieses erste Modell durch die Princess 200 abgelöst. 4

Princess 200

Modell 200 kam 1954 auf den Markt. 5

Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Princess 200 portable typewriter ad.
Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Different colour combinations of the Princess portable

Princess 100

Kurioserweise kam das Modell 100 nach dem Modell 200 auf den Markt, nämlich 1955. 6 Es handelt sich um eine Simplex, also vereinfachte Ausführung der Princess 200.

Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Princess 100 portable typewriter ad.
Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Features of the Princess 100 portable typewriter

Princess 300 / Praesent

Modell 300 erschien 1957. 7

Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Princess 300 portable typewriter ad.

Die Princess Praesent war eine vergoldete Ausführung des Modells 300.

Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Princess Praesent portable typewriter ad.

Princess Futura / Norma

Diese wurde in Deutschland von 1964 bis 1968 hergestellt. 8

Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Princess futura portable typewriter ad.
Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Princess norma portable typewriter ad.
Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Princess norma features.
Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Princess norma portable typewriter typefaces.

Princess Standard

Die Princess Standard erschien 1965. 9 Technisch entspricht sie der Princess 100, hat jedoch ein safarigrünes Gehäuse. 10

Princess portable typewriter ad. Manufacturer of Princess typewriters: Keller & Knappich GmbH, Maschinenfabrik, Augsburg, then Western Germany.
Princess Standard portable typewriter ad.

Princess 400

Modell 400 wurde erstmals 1967 hergestellt. 11

Princess 500

Ebenfalls ab 1967 produziert, hatte Modell 500 zusätzlich zu allen Eigenschaften des Modells 400 noch Tabulator, Stechwalze und Anschlagregler sowie Zeilenrichter aus Plexiglas. 12

Princess Schriftarten

Mit welcher Schrift ist Ihre Princess Schreibmaschine ausgestattet? Mit nachfolgender Liste können Sie das herausfinden:

Princess Schriften als pdf

 

@ typewriters.ch 2015 / erstellt am 15. Juli 2015

Notes:

  1. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 373.
  2. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 374.
  3. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 374.
  4. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 374.
  5. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 375.
  6. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 376.
  7. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 377.
  8. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 378.
  9. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 379.
  10. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 379.
  11. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 380.
  12. Leonhard Dingwerth, Lexikon historischer Schreibmaschinen. Für die Zeit von 1940 bis zum Beginn der Elektronik, Band 2 (O-Z), Delbrück 2008, S. 381.

F.K. Mała typewriter

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Die F.K. Mała Kleinschreibmaschine war eine polnische Lizenzproduktion der Hermes Baby.

In der 1955 erschienenen „Burghagen“ Liste steht zur F.K. Mala knapp:

„Eine [ab 1938] in Polen hergestellte Klein-Schreibmaschine nach Patenten der Schweizer Firma Paillard S.A. Gleicht der Hermes Baby. Produktion ist während des Krieges eingestellt worden.“ 1

Übersicht

Modell F.K. Mała model
Typ Kleinschreibmaschine / portable typewriter type
Konstrukteur / Erfinder [Giuseppe Prezioso] inventor
Hersteller Fabryka Karabinów (Gewehrfabrik), Warschau, ein Teilbetrieb der Państwowe Wytwórnie Uzbrojenia (Staatliche Waffenfabriken) / manufacturer
Vertrieb   distribution
Produktionsort Warszawa / Warschau place of production
Seriennummern (Baujahr)   serial number (year made)
Tastatur   keyboard
gebaut von – bis   production years
Anmerkungen Lizenzproduktion der Hermes Baby remarks
Patente   patents
Gesamtstückzahl   numbers made

Die Fabryka Karabinów der Państwowe Wytwórnie Uzbrojenia in Warschau

F.K. Mała  # 3788, mit dem Logo "P.W.U." (Państwowe Wytwórnie Uzbrojenia) und "F.K." (Fabryka Karabinów). Sammlung G. Sommeregger 2016.
F.K. Mała # 3788, mit dem Logo „P.W.U.“ (Państwowe Wytwórnie Uzbrojenia) und „F.K.“ (Fabryka Karabinów).
Sammlung G. Sommeregger 2016.

Państwowe Wytwórnie Uzbrojenia heisst staatliche Waffenfabriken. Es handelte sich hierbei um ein staatliches Konglomerat, das mehrere Sparten und Fabrikationsorte zusammenfasste: die Fabryka Karabinów (FK) in Warschau, die Fabryka Broni (FB) in Radom, die Fabryka Amunicji (FA) in Skarżysko-Kamienna, sowie die Fabryka Sprawdzianów (FS) in Warschau. 2. Nach E. Martin war die Adresse der PWU in Warschau, Ossolińskich I. 3.Mit Beginn des 2. Weltkriegs und der deutschen Besetzung Polens wurden die Installationen von den Deutschen übernommen und anscheinend in deren Rüstungspläne übernommen. Das letzte Kriegsjahr habe massive Zerstörung der Betriebe gebracht. 4

Die „Fabryka Karabinów„, also Gewehrfabrik, war somit ein Teilbetrieb der staatlichen Waffenfabriken (voller Name manchmal: „Państwowa Fabryka Karabinów, staatliche Gewehrfabrik). Die Produktionsstätte dieser Fabrik befand sich in Warschau, Dworska 29. 5 An dieser Stelle war schon die Vorläuferfirma, die Maschinenfabrik Gerlach und Pulst, ansässig gewesen. 6 Gerlach und Pulst war die älteste Fabrik zur Herstellung von Maschinen Polens gewesen. 7

Tadeusz Tanski, Gerlach i Pulst, Samochód Pancerny Ford Tfc (Ford Tfc Armored Car). Quelle Photo: http://mailer.fsu.edu/~akirk/tanks/pol/OtherPolish.htm
Tadeusz Tanski, Gerlach i Pulst, Samochód Pancerny Ford Tfc (Ford Tfc Armored Car). Quelle Photo: http://mailer.fsu.edu/~akirk/tanks/pol/OtherPolish.htm

Als aus heutiger Sicht Kuriosität, bei näherer Betrachtung aber historisch interessantes Faktum sei angefügt, dass Gerlach und Pulst im Jahr 1920 ein gepanzertes Auto herstellten, das auf dem Ford Model T beruhte. 8

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Fabryka Karabinów, Warschau. Turm. April 1936. Quelle Photo: Narodowe Archiwum Cyfrowe
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Fabryka Karabinów, Warschau. Turm. Januar 2013. Quelle Photo: Jakub Jastrzębski

Die Initialen des Betriebs, „F.K.„, wurden als Markennamen verwendet, als mit dem Vertrieb der französischen Contin Schreibmaschine begonnen wurde. Diese basierte ihrerseits auf der deutschen Ideal Model D. 9. Nach Martin begann die Fertigung der grossen „F.K.“ im Jahr 1932. 10

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Der Erfolg sei gut gewesen, da Behörden verpflichtet gewesen seinen, nur die F.K. zu kaufen. 11  1932 erschien Modell C 28 (28 cm Walzenlänge), gefolgt von Modell C 38 (38 cm Walzenlänge; 1933) und Modell C 48 (48 cm; 1934). Modell D von 1937 integrierte Änderungen aus eigenständiger Entwicklung. 12

F.K. Mała – die kleine F.K.

F.K. Mała # 3011, Sammlung G. Sommeregger 2016.
F.K. Mała # 3011, Sammlung G. Sommeregger 2016.

Wieder nach Martin begann die Produktion der F.K. Mała, übersetzt bedeutet das die „kleine F.K.“, im Jahr 1938. 13

Die Lizenz dazu war von der Schweizer Paillard S.A., dem ursprünglichen Hersteller der Hermes Baby, gekauft worden. Somit geht auch die F.K. Mała auf Giuseppe Prezioso, den Konstrukteur der Hermes Baby, zurück. Nach der italienischen Ala und der englischen Empire war die F.K. Mała somit die dritte von Paillard gestattete Lizenzproduktion der Hermes Baby.

Bedingt durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs war die Produktionsphase – im Gegensatz zu den Schwesterproduktionen – jedoch sehr kurz. D. Crown gibt 1938-1939 als Produktionsspanne an. 14

Nach A. Nierychlewski begann die Produktion in Warschau in den letzten Monaten des Jahres 1938. Bis 1939 seien weniger als 1000 Maschinen produziert worden. 15

F.K. Mała portable typewriter # 3011, Sammlung G. Sommeregger 2016.
F.K. Mała portable typewriter # 3011, Sammlung G. Sommeregger 2016.

„Wiederentdeckung“ und heutiger Stand

W. Davis schrieb über die F.K. Mala 16, ebenso stellt sie Artur Nierychlewski auf seiner Webseite vor. 17

Die kleine F.K. ist heute selten zu sehen. Bekannt sind jedoch Exemplare in den Farben grau, (bordeaux)rot und blau, womit die polnische Produktion bei weitem farbenfroher als die damals noch im Einheitsgrau daher kommende Produktion in den anderen Ländern war.

Die Fabrikationsnummern der mir bekannten Exemplare liegen zwischen 2606 und 4249. W. Davis stellt die Vermutung an, dass es für die F.K. Mała vielleicht keine eigenen, also exklusiven, Seriennummern gegeben habe, sondern diese in der fortlaufenden Produktion gemeinsam mit den grossen Maschinen nummeriert worden sei. 18 Ob das so ist, gilt es noch zu ergründen. Dafür wären neben Seriennummern der F.K. Mała auch solche der „grossen“ F.K. von Nutzen (e-mail gerne an mich).

Das Ende kam wie gesagt am Beginn des 2. Weltkriegs, viel zu früh und im krassen Gegensatz zur Hermes Baby Produktion in den anderen Ländern.

Eine Militärmaschine

F.K. Mała  # 3788, Sammlung G. Sommeregger 2016.
F.K. Mała # 3788, Sammlung G. Sommeregger 2016.

Ein besonderes Exemplar können wir dem geneigten Leser / der geneigten Leserin noch zeigen. Es ist eine F.K. Mała, die schon vom Koffer her ins Aug springt. Dessen Griff und Verschlüsse, sowie die Standqueren sind deutlich verstärkt im Vergleich zur üblichen Ausführung.

F.K. Mała # 3788, Sammlung G. Sommeregger 2016.
F.K. Mała # 3788, Sammlung G. Sommeregger 2016.

Auf der linken Seite Maschine dann finden sich zwei Punzen, die über die frühere Verwendung dieser Maschine Aufschluss gibt. Auf der einen steht „WOJ“, auf der anderen „M.S.Wojsk. / INT. / 43“. Die Abkürzung M.S.Wojsk. führt uns zum Ministerstwo Spraw Wojskowych, dem (lose übersetzt) Ministerium für militärische Angelegenheit der Polnischen Republik. 

F.K. Mała  # 3788,  Punch stating "M.S.Wojsk."(Ministerstwo Spraw Wojskowych) Sammlung G. Sommeregger 2016.
F.K. Mała # 3788, Punch stating „M.S.Wojsk.“(Ministerstwo Spraw Wojskowych)
Sammlung G. Sommeregger 2016.

Vor dem bekannten geschichtlichen Hintergrund ist es berührend und bemerkenswert, dass von den wenigen bekannten F.K. Małas ein Exemplar erhalten ist, dass kurz vor dem Sturz der Polnischen Republik seinen weg in die Verwaltung gefunden hat. Die Maschine hat den Krieg und weitere 70 Jahre überstanden.

F.K. Mała  # 3788, Sammlung G. Sommeregger 2016.
F.K. Mała # 3788, Sammlung G. Sommeregger 2016.

© typewriters.ch 2014–2016. Last update 2016-05-16.

Notes:

  1. H. Schinke, Liste der Herstellungsdaten deutscher und ausländischer Schreibmaschinen, 10. Aufl., Burghagen Verlag, Hamburg 1955. 
  2. http://en.wikipedia.org/wiki/Państwowe_Wytwórnie_Uzbrojenia
  3. Ernst Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Aachen 1949, S. 316
  4. http://en.wikipedia.org/wiki/Państwowe_Wytwórnie_Uzbrojenia, mit weiteren Nachweisen.
  5. Portal miłośników przedwojennej Warszaw, http://www.warszawa1939.pl/index_arch_main.php?r1=dworska_29_wieza&r3=0 (abgerufen am 12. Juli 2014
  6. Portal miłośników przedwojennej Warszaw, http://www.warszawa1939.pl/index_arch_main.php?r1=dworska_29_wieza&r3=0 (abgerufen am 12. Juli 2014
  7. Saul Estin, Restructuring and Privatization in Central Eastern Europe: Case Studies of Firms in Transition, M.E. Sharpe, 1995, S. 279
  8. http://mailer.fsu.edu/~akirk/tanks/pol/OtherPolish.htm (abgerufen am 12. Uli 2014)
  9. Ernst Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Aachen 1949, S. 315f.
  10. Ernst Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Aachen 1949, S. 316
  11. Ernst Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Aachen 1949, S. 316
  12. Ernst Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Aachen 1949, S. 316
  13. Ernst Martin, Die Schreibmaschine und ihre Entwicklungsgeschichte, Aachen 1949, S. 316
  14. David A. Crown, Class Characteristics of Foreign Typewriters and Typefaces, in: Journal of Crimiminal Law and Criminology, vol. 59, 1968, S. 298-323
  15. http://typewriter.piwko.pl/maszyny/poltype/indexpol.html (besucht am 11. Juli 2014)
  16. Will Davis, the FK Mala, www.willdavis.org/FK.html (besucht am 11. Juli 2014)
  17. 4 examples from my collection, typewriter.piwko.pl/maszyny/kolekcja/index.html (besucht am 11. Juli 2014)
  18. Will Davis, the FK Mala, www.willdavis.org/FK.html (besucht am 11. Juli 2014)